Alternativtext

Völlig neue Qualität der Jugendarbeit in der Kreissportjugend Saale-Holzland


Die Mitgliederversammlung der Kreissportjugend im Eisenberger Vereinsraum des TSV war sehr gut besucht. Und Robert Stemmler als Vorsitzender der Jugendorganisation des Kreisportbundes hatte für die Anwesenden Jugendwarte und Gäste ein umfangreiches Paket an Informationen in seinem Rückblick auf das letzte und seiner Vorschau auf das aktuelle Sportjahr. Stemmler, selbst aktiver Leichtathlet, war in seinen Ausführungen zielstrebig. Dass die Sportjugend mit 4.321 Mitgliedern in der Altersgruppe bis 26 Jahre die größte Organisation im Kinder- und Jugendbereich des Landkreises, nannte er als einführenden Fakt.


Wichtiger war ihm die Betonung der umfangreichen Arbeit in den Vereinen und durch die Mitarbeiter des Kreissportbundes. Gleichzeitig zeigte er Defizite auf, die die sportliche Jugendarbeit erschweren oder gar bremsen. "Bei einem Blick auf die regionale Verteilung in unserem Kreis bestätigt sich weiter die enge Wechselbeziehung zwischen Schulstandorten und Mitgliederzahlen im Kinder- und Jugendbereich. Die Vereine im Raum um Eisenberg, Hermsdorf, Bad Klosterlausnitz und Stadtroda heben sich in den Mitgliederzahlen besonders strukturstark hervor." Dagegen gäbe es "weiße Flecken" in den schullosen Regionen. Die gemachten Angebote der Vereine seien gut, aber die Erreichbarkeit der meisten Kinder und Jugendlichen durch ihre Wohnorte eine Herausforderung. Die Hauptangebote müssten an Schulen in der Zeit von 13 bis 16 Uhr gemacht werden, bevor der Schulbus die Kinder nach Hause fährt. Und da genau ist eines der größten Probleme. Ehrenamtliche für diesen Zeitraum zu finden, sei kaum möglich. Andere Wege müssen gefunden werden. Nicht nur sportintern. Was die Sportvereine an sich schon leisten, unter anderem durch 21 registrierte Ferienmaßnahmen im vergangenen Jahr, sei herausragend. Die "Aktion Erstklässler" für die Mitglieder in Sportvereinen für Schulanfänger wird weiterhin ordentlich angenommen. "Aber wir müssen da noch in die Breite kommen", so Stemmler.


Mit dazu beitragen sollen die neuen Möglichkeiten durch den am 1. April in Kraft getretenen Jugendförderplan. Die Neuanstellung von Michael Zöllner als Jugendsozialarbeiter im Sport wurde möglich. Prof. Dr. Manfred Thieß: "Unsere Jugendarbeit erfährt durch die Integration in das neue Papier eine völlig neue Qualität." Die damit verbundene Anerkennung der sportlichen Jugendarbeit, der Bildungsmaßnahmen der Sportjugend und der Vereine sei ein neuer Anfang und eine neue Chance für alle sportlichen Strukturen im Saale-Holzland-Kreis. Wichtig ist für die Thieß die intensive Zusammenarbeit vor Ort. Übungsleiter auszubilden, neue Sportangebote zu finden und natürlich bestehende zu bewahren, müssen vordergründige Ziele sein. Genauso wie die engere Vernetzung mit anderen Jugendorganisationen und Jugendklubs. Alle haben ihre Potentiale, die es lohnt, sie zusammenzuführen.


Ausgangspunkt der lebhaften Diskussion war außerdem die Vorstellung einer Jugendstudie und die Präsentation einer Seminararbeit Stadtrodaer Gymnasiasten.  Quintessenz der Untersuchungen war, dass Kinder und Jugendliche für den Sport direkter angesprochen werden müssen. Ausgangspunkt ist jeweils die Schule und genau dort klemmt die Säge gewaltig. Unterbesetzungen bei Lehrern und Sportlehrern, Lehrerwohnorte weit weg vom Schulstandort und die daraus resultierenden fehlenden Kontakte zu Vereinen am Schulstandort sind Problemstellungen, die das aktuelle Bildungssystem mit sich bringt. Stemmler: „Das müssen wir auch klar sagen, denn unsere Vereinen können im Ehrenamt nicht alles abfangen.“ Das seien tagtägliche Sorgen, mit denen die Vereine umgehen müssten. Ja, Herausforderungen, die es erschweren, Kindern und Jugendlichen ein regelmäßiges Angebot mit Betreuung vorzuhalten.


Ansätze für die Zukunft gab es auch. Der Kreissportbund konzentriert sich mit seiner Sportjugend in diesem Jahr insbesondere auf den Mädchensport. An drei Standorten sollen neue Kooperationen entstehen. Judith Sondermann als Kreissportjugendkoordinatorin widmet sich seit Anfang des Jahres diesem Projekt. Ausgebaut werden auch die Hilfen bei Ferienfreizeiten. Neben Fördermitteln stehen die Mitarbeiter des Kreissportbundes als Ansprechpartner und als Unterstützer zur Verfügung. Dass es schon hervorragende Beispiele für Ferienmaßnahmen gibt, zeigte die abschließende Ehrung, vorgenommen von Robert Stemmler und die Stellvertretende Vorsitzende der Thüringer Sportjugend, Sarah Boelter. Der SV Tautenhain erhielt in Person von Angela Schönfuß eine Auszeichnung für seine 30. Skifreizeit. Seit 30 Jahren fahren die Holzländer in den Winterferien in das tschechische Capartice. Stemmler: "Das ist schon bewundernswert, was der Verein dort leistet!"